Was für ein Typ!

veröffentlicht am 7. Dezember, 2018

Wenn ein Gesprächspartner reflektiert, witzig, mitteilsam, ernst, aufmerksam sein kann wie Hansjörg Auer bei der Borderline-Veranstaltung im Ufo in Bruneck, dann ist es für Publikum und Moderatorin ein Fest. Mit seinen 34 Jahren ist der Extremalpinist aus dem Ötztal sehr gereift. Das spiegelt auch sein Buch „Südwand“ wider, das Ende des vergangenen Jahres erschienen ist und das er anlässlich der Veranstaltung zum ersten Mal in Südtirol vorgestellt hat. Das Buch – teils Reportage, teils Tagebuch, teils Bericht – ist so offen und ehrlich wie man es selten im Bücherregal des Extremalpinismus findet. Auer weiß, dass er vor allem in seiner Anfangszeit seinen Egoismus über vieles gestellt hat („ohne geht es in diesem Bereich nicht“). Die immer wiederkehrende Frage nach dem Warum, lässt er offen („ich kann es selbst nicht ganz genau erklären“). Er sprach über den „Weg durch den Fisch“, der sein Leben auf den Kopf gestellt hat („ich musste nicht beweisen, was ich kann“), was ihm zum Glück fehlt („Kinder“) und über die tragische Expedition zum Nilgiri Süd im Jahr 2015, bei der sein Freund und Partner Gerry Fiegl starb („anfangs habe ich nur funktioniert“). Ein inspirierender Abend mit einer überraschenden Selbsteinschätzung: „Ich möchte nicht auf der Autobahn des Extremalpinismus fahren. Mir reicht die Bundesstraße.“ Aber dort ist er dann schon mit 100 Sachen unterwegs.


Fotos: Gunther Niedermair

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